Ihr Spezialist für Holz- und Bautenschutz

Richtig lüften

Feuchtigkeit vermeiden – Schimmelpilz erst gar nicht entstehen lassen

Grundlagen der Schimmelpilzbildug

Pilze produzieren zur Fortpflanzung eine große Menge von mikroskopisch kleinen Sporen, die sich durch Luftbewegungen verteilen. Damit sich Pilze entwickeln können, brauchen die Sporen einen kohlenstoffhaltigen Untergrund als Nahrung (Papier, Holzwerkstoffe, Textilien) und eine Mindestmenge an Feuchtigkeit.

Hat sich ein Schimmelpilz erst einmal angesiedelt, wächst er und vermehrt sich. Wird er dabei gestört, versucht er, sein Überleben durch übermäßige Produktion von Sporen zu sichern. Dies führt zu einer erhöhten Gesundheitsgefährdung (siehe auch "Können Schimmelpilze krank machen?").


Feuchtigkeit in der Wohnung

Da Schimmelpilze in der Wohnung immer Nährstoffe finden werden, muss man sich bei der Sanierung auf die Vermeidung von Feuchtigkeit konzentrieren. Dies betrifft einerseits die Beseitigung von Schäden in Folge eindringender Feuchtigkeit von außen oder aus defekten Sanitärleitungen.

Andererseits wird durch die gewöhnliche Nutzung von Gebäuden tagtäglich sehr viel Feuchte produziert. Bei einem vierköpfigen Haushalt geht man von durchschnittlich zwölf Litern Feuchtigkeit am Tag aus, die dampfförmig von der Luft aufgenommen werden.


Luftfeuchtigkeit und Taupunkt

Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt an, wieviel Gramm Feuchtigkeit je Kubikmeter in der Luft gelöst sind. Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, wie groß der Feuchtegehalt der Luft im Verhältnis zum maximal möglichen Feuchtegehalt ist.

Luft, die mit Wasserdampf gesättigt ist, hat eine relative Luftfeuchte von 100 %. Diese Sättigungsgrenze ist abhängig von der Lufttemperatur. Wärmere Luft hat einen höheren Sättigungsgehalt als kalte Luft. Wird kalte Luft erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Umgekehrt erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit, wenn warme Luft abgekühlt wird. Die Temperatur, auf die Luft abgekühlt werden muss, um eine relative Luftfeuchtigkeit von
100 % zu erreichen, wird als „Taupunkt“ bezeichnet. Bei einem beispielhaften Raumklima von 20° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 % liegt der Taupunkt bei 9,3° C. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 % liegt der Taupunkt dagegen bei 13,2° C. Wird die Taupunkttemperatur unterschritten, wird Wasserdampf als Nebel sichtbar. Auf festen Oberflächen schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Diese ist auf Glasscheiben und Spiegeln sichtbar, auf Wandflächen nimmt man den Tauwasserausfall dagegen selten wahr, weil Putz und Tapeten eine Speicherwirkung ausüben.


Schimmelbefall vermeiden

Durch Tauwasserausfall auf Oberflächen finden Schimmelpilze ideale Wachstumsvoraussetzungen, die es zu vermeiden gilt. Hier ist das individuelle Wohnverhalten entscheidend in den Blick zu nehmen. Sowohl ausreichendes Heizen der Wohnräume als auch ausreichende Lüftung sind vonnöten.

Schließlich spielt auch die Möblierung häufig eine entscheidende Rolle. Ein Möbelstück vor der Außenwand verhindert die Zirkulation der Luft in diesem Bereich. Die geringere Temperatur hinter dem Möbelstück kann auch hier dazu führen, dass Feuchtigkeit kondensiert.

Genauso kondensiert der Wasserdampf aber auch an Wandflächen, die aufgrund baulicher Gegebenheiten bzw. geringer Dämmung kühler sind als ihre Umgebung. Hier spricht man von Wärmebrücken.


Richtig lüften

Da die Raumluft durch die Bewohner permanent mit Feuchtigkeit angereichert wird, gibt es nur eine Möglichkeit, die Kondensation von Feuchtigkeit zu vermeiden: Die feuchte Luft muss gegen trockenere Luft ausgetauscht werden. Dies geschieht durch Lüften. Die warme feuchte Raumluft muss gegen kalte trockenere Außenluft ausgetauscht werden. Je feuchter die Luft ist, desto größer muss der Luftwechsel sein. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Innenraum und Außenbereich ist, desto kürzer sind die erforderlichen Lüftungszeiten. Dabei soll möglichst wenig Wärmeenergie verloren gehen; Wände und Einrichtungsgegenstände sollen nach Möglichkeit nicht abkühlen.

Die beste Lüftungswirkung kann mit einer kurzzeitigen Querlüftung durch zwei weit geöffnete gegenüberliegende Fenster erreicht werden. Ein Luftaustausch kann hier schon nach ca. drei Minuten erreicht werden. Mit Kippstellung eines Fensters bei geschlossener Tür kann dieser Erfolg erst nach ca. 45 Minuten erreicht werden. Die Fensterlaibung und der umgebende Bereich kühlen in diesem Zeitraum stark ab, so dass an diesen Stellen die Gefahr der Kondensation besonders groß ist.

Dem vergleichsweise hohen Aufkommen von Feuchtigkeit in Küche und Bad begegnet man am besten mit unmittelbarem Lüften. Tropfwasser sollte mit dem Lappen aufgenommen werden. Nach dem ersten Lüften muss die Raumluft wieder erwärmt werden, damit sie die Feuchtigkeit aufnehmen kann, die von Einrichtungsgegenständen und Wänden aufgenommen wurde. Nach ca. ein bis zwei Stunden wird ein erneutes Lüften erforderlich sein.


Jahreszeitliche Besonderheiten

Entscheidend für den Feuchtigkeitsaustausch ist die Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenbereich. Wetterverhältnisse spielen hier keine entscheidende Rolle. Je kühler die Außenluft, desto effektiver die Lüftung. Im Winter ist ein entsprechender Temperaturunterschied gegeben, im Sommer ist dies häufig nur in den Nacht- und Morgenstunden der Fall.

Bei kühlen Innentemperaturen kann sich die Luftfeuchtigkeit durch Lüften auch erhöhen! Besonders gefährdet sind Keller- und Wohnräume im Erdreich (Souterrain) in den Sommermonaten. Die feuchte und warme Außenluft kondensiert an den kalten Oberflächen der Außenwände.

 
 

Adresse

Dr-Dicht GmbH
Rudolf-Diesel-Straße 35
33178 Borchen
Deutschland

Kontakt

Tel.: 05251 691 61-15
Fax: 05251 691 61-66
E-Mail: info@dr-dicht.de
freecall: 0800 6688665

Hier finden Sie uns auch