Feuchte Wände im Erdgeschoss, abplatzender Putz und Salzausblühungen sind häufig keine „Lüftungsfrage“, sondern ein typisches Zeichen für aufsteigende Feuchtigkeit. Eine nachträgliche Horizontalsperre kann das Problem dauerhaft stoppen, wenn sie zur Bausubstanz und zum Schadensbild passt. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie aufsteigende Feuchtigkeit erkennen, welche Verfahren es gibt, wie der Ablauf aussieht, welche Kostenfaktoren realistisch sind und wann ein Vor Ort Termin im Raum Borchen und Umkreis sinnvoll ist.
Aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, wenn Feuchte aus dem Erdreich durch kapillare Saugwirkung in der Wand nach oben wandert. Ursache ist meist eine fehlende oder beschädigte Horizontalsperre im Mauerwerk, häufig bei älteren Gebäuden.
Typisch ist, dass die Feuchte von unten nach oben abnimmt. Oft sieht man einen klaren Feuchteverlauf im Sockelbereich.
Feuchte und dunkle Wandzonen im unteren Bereich, häufig bis ca. 30 bis 100 cm Höhe
Abplatzender Putz, bröselnde Fugen, lose Farbe
Salzausblühungen, weiße Kristalle, „salziger“ Putz
Moderiger Geruch, besonders in wenig genutzten Räumen
Schäden treten auch bei trockenem Wetter auf, also nicht nur nach Regen
Sockelleisten, Parkett oder Laminat zeigen Feuchteschäden
Schimmel bildet sich eher punktuell im unteren Wandbereich
Wichtig: Kondenswasser sitzt oft eher an kalten Ecken, hinter Möbeln oder an Außenwänden bei falscher Nutzung. Aufsteigende Feuchtigkeit zeigt häufig das klassische Sockelbild plus Salzproblematik.
Wenn Salze im Mauerwerk bleiben und die Feuchte weiterhin nachkommt, kommt der Schaden fast immer zurück. Ein neuer Putz kann das optisch kurzfristig kaschieren, aber die Ursache bleibt bestehen.
Eine nachhaltige Lösung setzt an der Unterbrechung der kapillaren Feuchte an, also mit einer funktionierenden Horizontalsperre.
Hier wird ein Sperrmittel in Bohrlöcher eingebracht, das die Kapillaren hydrophobiert oder verstopft, je nach System.
Geeignet, wenn:
Mauerwerk grundsätzlich injizierfähig ist
die Wandstärke und Struktur eine gleichmäßige Verteilung zulassen
der Schaden im typischen Sockelbereich liegt
Vorteile:
vergleichsweise geringer Eingriff
oft schnell umsetzbar
kein Aufsägen der Wand
Grenzen:
stark durchfeuchtetes oder sehr heterogenes Mauerwerk kann die Wirksamkeit mindern
Untergrundvorbereitung und Systemauswahl sind entscheidend
Dabei wird eine Sperrbahn oder Edelstahlplatte in eine horizontale Fuge eingebracht. Das ist technisch sehr wirksam, aber aufwendiger.
Geeignet, wenn:
eine sehr robuste, physische Trennung erforderlich ist
die Statik, Wandaufbau und Zugänglichkeit das Verfahren zulassen
Vorteile:
sehr klare physikalische Wirkung
oft langfristig die „härteste“ Lösung
Grenzen:
mehr Baustellenaufwand, mehr Planung
nicht in jedem Gebäude sinnvoll oder möglich
Wird eher selten eingesetzt, meist in Teilbereichen oder bei sehr speziellen Schadensbildern.
Schadensanalyse und Messung
Feuchteverlauf, Salzbelastung, Wandaufbau, Material, Wandstärke, Nutzung.
Festlegung der Sperrebene
Die Sperre muss in der richtigen Höhe liegen, oft knapp oberhalb des Fußbodenniveaus oder in einer geeigneten Lagerfuge.
Ausführung des gewählten Verfahrens
Bohrbild und Injektionsmenge, oder mechanischer Einbau je nach System.
Begleitmaßnahmen gegen Salz und Putzschäden
Altputz entfernen, Sanierputzsystem oder geeigneter Putzaufbau, je nach Ziel.
Trocknungsphase und Nachkontrolle
Wände trocknen nicht über Nacht. Entscheidend ist, dass keine neue Feuchte nachkommt.
Pauschale Quadratmeterpreise ohne Objektprüfung sind meist unseriös. Relevante Kostenfaktoren sind:
Wandstärke und Mauerwerksart, zum Beispiel Ziegel, Bruchstein, Mischmauerwerk
Grad der Durchfeuchtung und Salzbelastung
Zugänglichkeit, Raumgeometrie, Einbauten, Leitungen
Verfahren, Injektion vs mechanisch
Länge der betroffenen Wandabschnitte
Begleitmaßnahmen, Putzabtrag, Sanierputz, Sockelaufbau
Ziel, reine Schadensbegrenzung oder hochwertiger Wohnraum
Tipp: Seriöse Angebote benennen das Verfahren, das Bohrbild oder die Einbauweise, die Sperrebene, die Begleitmaßnahmen und eine klare Abgrenzung, was nicht enthalten ist.
Eine Horizontalsperre stoppt aufsteigende Feuchtigkeit, aber sie löst nicht automatisch alle Feuchteursachen. Häufig gibt es Kombinationen, zum Beispiel:
seitlich eindringende Feuchte an erdberührten Wänden
Schäden am Boden Wand Anschluss
defekte Außenabdichtung oder fehlende Sockelabdichtung
Kondenswasser durch falsches Lüften oder zu geringe Oberflächentemperaturen
Deshalb ist die Diagnose entscheidend, sonst wird das falsche Problem behandelt.
Im Raum Paderborn, Borchen, Hövelhof, Salzkotten, Delbrück, Büren, Bad Lippspringe, Lippstadt, Detmold, Höxter, Bad Driburg und Warburg sehen wir häufig Bestandsgebäude, bei denen die ursprüngliche Horizontalsperre fehlt, unterbrochen wurde oder nicht mehr zuverlässig arbeitet. Gerade bei Sanierungen, neuen Bodenaufbauten oder geänderten Nutzungen fällt das Problem dann plötzlich auf.
Ein Vor Ort Termin ist sinnvoll, wenn Sie Klarheit brauchen, ob es wirklich aufsteigende Feuchtigkeit ist oder eine Kombination aus mehreren Ursachen.
Tritt die Feuchte überwiegend im unteren Wandbereich auf
Gibt es Salzausblühungen oder bröselnden Putz
Wird es auch ohne Regen nicht besser
Sind Sockelleisten oder Bodenbeläge betroffen
Gibt es eine sichtbare horizontale „Feuchtekante“
Handelt es sich um ein älteres Gebäude oder Altbau
Wenn Sie hier mehrfach „ja“ sagen, ist eine nachträgliche Horizontalsperre eine realistische Option, vorausgesetzt die Diagnose bestätigt das.
Das hängt von Wandstärke, Material und Durchfeuchtung ab. Wichtig ist, dass keine neue Feuchte nachkommt. Optische Trocknung kann Wochen bis Monate dauern.
Nicht immer. Sehr heterogenes Mauerwerk oder bestimmte Bruchstein Strukturen benötigen besondere Systeme oder alternative Verfahren.
Manchmal ja, wenn Feuchte über Fundamentbereiche oder kapillare Wege ins Innenmauerwerk gelangt. Das wird im Rahmen der Diagnose geklärt.
Wenn Sie vermuten, dass aufsteigende Feuchtigkeit die Ursache ist, können Sie das schnell klären lassen.
So erhalten Sie eine konkrete Ersteinschätzung:
Senden Sie 3 bis 6 Fotos, besonders Sockelbereich, Übergang Boden Wand, betroffene Stellen
Schreiben Sie Ort, Baujahr grob, und seit wann die Schäden sichtbar sind
Wir melden uns mit einer fachlichen Einschätzung und empfehlen das passende Vorgehen