Verfahren, Ablauf, Kosten

Nachträgliche Horizontalsperre: Aufsteigende Feuchtigkeit stoppen

Feuchte Wände im Erdgeschoss, abplatzender Putz und Salzausblühungen sind häufig keine „Lüftungsfrage“, sondern ein typisches Zeichen für aufsteigende Feuchtigkeit. Eine nachträgliche Horizontalsperre kann das Problem dauerhaft stoppen, wenn sie zur Bausubstanz und zum Schadensbild passt. In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie aufsteigende Feuchtigkeit erkennen, welche Verfahren es gibt, wie der Ablauf aussieht, welche Kostenfaktoren realistisch sind und wann ein Vor Ort Termin im Raum Borchen und Umkreis sinnvoll ist.

Was ist aufsteigende Feuchtigkeit

Aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, wenn Feuchte aus dem Erdreich durch kapillare Saugwirkung in der Wand nach oben wandert. Ursache ist meist eine fehlende oder beschädigte Horizontalsperre im Mauerwerk, häufig bei älteren Gebäuden.

Typisch ist, dass die Feuchte von unten nach oben abnimmt. Oft sieht man einen klaren Feuchteverlauf im Sockelbereich.

7 typische Anzeichen für aufsteigende Feuchtigkeit

  • Feuchte und dunkle Wandzonen im unteren Bereich, häufig bis ca. 30 bis 100 cm Höhe

  • Abplatzender Putz, bröselnde Fugen, lose Farbe

  • Salzausblühungen, weiße Kristalle, „salziger“ Putz

  • Moderiger Geruch, besonders in wenig genutzten Räumen

  • Schäden treten auch bei trockenem Wetter auf, also nicht nur nach Regen

  • Sockelleisten, Parkett oder Laminat zeigen Feuchteschäden

  • Schimmel bildet sich eher punktuell im unteren Wandbereich

Wichtig: Kondenswasser sitzt oft eher an kalten Ecken, hinter Möbeln oder an Außenwänden bei falscher Nutzung. Aufsteigende Feuchtigkeit zeigt häufig das klassische Sockelbild plus Salzproblematik.

Warum „einfach neu verputzen“ selten reicht

Wenn Salze im Mauerwerk bleiben und die Feuchte weiterhin nachkommt, kommt der Schaden fast immer zurück. Ein neuer Putz kann das optisch kurzfristig kaschieren, aber die Ursache bleibt bestehen.

Eine nachhaltige Lösung setzt an der Unterbrechung der kapillaren Feuchte an, also mit einer funktionierenden Horizontalsperre.

 

Nachträgliche Horizontalsperre: Diese Verfahren gibt es

1) Injektionsverfahren (chemische Horizontalsperre)

Hier wird ein Sperrmittel in Bohrlöcher eingebracht, das die Kapillaren hydrophobiert oder verstopft, je nach System.

Geeignet, wenn:

  • Mauerwerk grundsätzlich injizierfähig ist

  • die Wandstärke und Struktur eine gleichmäßige Verteilung zulassen

  • der Schaden im typischen Sockelbereich liegt

Vorteile:

  • vergleichsweise geringer Eingriff

  • oft schnell umsetzbar

  • kein Aufsägen der Wand

Grenzen:

  • stark durchfeuchtetes oder sehr heterogenes Mauerwerk kann die Wirksamkeit mindern

  • Untergrundvorbereitung und Systemauswahl sind entscheidend

2) Mechanische Horizontalsperre (Sägeverfahren, Einschub)

Dabei wird eine Sperrbahn oder Edelstahlplatte in eine horizontale Fuge eingebracht. Das ist technisch sehr wirksam, aber aufwendiger.

Geeignet, wenn:

  • eine sehr robuste, physische Trennung erforderlich ist

  • die Statik, Wandaufbau und Zugänglichkeit das Verfahren zulassen

Vorteile:

  • sehr klare physikalische Wirkung

  • oft langfristig die „härteste“ Lösung

Grenzen:

  • mehr Baustellenaufwand, mehr Planung

  • nicht in jedem Gebäude sinnvoll oder möglich

3) Mauertausch oder Teilabschnitt Verfahren

Wird eher selten eingesetzt, meist in Teilbereichen oder bei sehr speziellen Schadensbildern.

Der typische Ablauf in der Praxis

  1. Schadensanalyse und Messung
    Feuchteverlauf, Salzbelastung, Wandaufbau, Material, Wandstärke, Nutzung.

  2. Festlegung der Sperrebene
    Die Sperre muss in der richtigen Höhe liegen, oft knapp oberhalb des Fußbodenniveaus oder in einer geeigneten Lagerfuge.

  3. Ausführung des gewählten Verfahrens
    Bohrbild und Injektionsmenge, oder mechanischer Einbau je nach System.

  4. Begleitmaßnahmen gegen Salz und Putzschäden
    Altputz entfernen, Sanierputzsystem oder geeigneter Putzaufbau, je nach Ziel.

  5. Trocknungsphase und Nachkontrolle
    Wände trocknen nicht über Nacht. Entscheidend ist, dass keine neue Feuchte nachkommt.

Kosten einer nachträglichen Horizontalsperre: Wovon hängt der Preis ab

Pauschale Quadratmeterpreise ohne Objektprüfung sind meist unseriös. Relevante Kostenfaktoren sind:

  • Wandstärke und Mauerwerksart, zum Beispiel Ziegel, Bruchstein, Mischmauerwerk

  • Grad der Durchfeuchtung und Salzbelastung

  • Zugänglichkeit, Raumgeometrie, Einbauten, Leitungen

  • Verfahren, Injektion vs mechanisch

  • Länge der betroffenen Wandabschnitte

  • Begleitmaßnahmen, Putzabtrag, Sanierputz, Sockelaufbau

  • Ziel, reine Schadensbegrenzung oder hochwertiger Wohnraum

Tipp: Seriöse Angebote benennen das Verfahren, das Bohrbild oder die Einbauweise, die Sperrebene, die Begleitmaßnahmen und eine klare Abgrenzung, was nicht enthalten ist.

Wann eine Horizontalsperre allein nicht reicht

Eine Horizontalsperre stoppt aufsteigende Feuchtigkeit, aber sie löst nicht automatisch alle Feuchteursachen. Häufig gibt es Kombinationen, zum Beispiel:

  • seitlich eindringende Feuchte an erdberührten Wänden

  • Schäden am Boden Wand Anschluss

  • defekte Außenabdichtung oder fehlende Sockelabdichtung

  • Kondenswasser durch falsches Lüften oder zu geringe Oberflächentemperaturen

Deshalb ist die Diagnose entscheidend, sonst wird das falsche Problem behandelt.

Region Paderborn und Umkreis: Warum Altbauten hier besonders betroffen sind

Im Raum Paderborn, Borchen, Hövelhof, Salzkotten, Delbrück, Büren, Bad Lippspringe, Lippstadt, Detmold, Höxter, Bad Driburg und Warburg sehen wir häufig Bestandsgebäude, bei denen die ursprüngliche Horizontalsperre fehlt, unterbrochen wurde oder nicht mehr zuverlässig arbeitet. Gerade bei Sanierungen, neuen Bodenaufbauten oder geänderten Nutzungen fällt das Problem dann plötzlich auf.

Ein Vor Ort Termin ist sinnvoll, wenn Sie Klarheit brauchen, ob es wirklich aufsteigende Feuchtigkeit ist oder eine Kombination aus mehreren Ursachen.

Checkliste: Aufsteigende Feuchtigkeit schnell selbst prüfen

  • Tritt die Feuchte überwiegend im unteren Wandbereich auf

  • Gibt es Salzausblühungen oder bröselnden Putz

  • Wird es auch ohne Regen nicht besser

  • Sind Sockelleisten oder Bodenbeläge betroffen

  • Gibt es eine sichtbare horizontale „Feuchtekante“

  • Handelt es sich um ein älteres Gebäude oder Altbau

Wenn Sie hier mehrfach „ja“ sagen, ist eine nachträgliche Horizontalsperre eine realistische Option, vorausgesetzt die Diagnose bestätigt das.

FAQ

Wie lange dauert es, bis die Wand nach einer Horizontalsperre trocken ist

Das hängt von Wandstärke, Material und Durchfeuchtung ab. Wichtig ist, dass keine neue Feuchte nachkommt. Optische Trocknung kann Wochen bis Monate dauern.

Kann man in jedem Mauerwerk injizieren

Nicht immer. Sehr heterogenes Mauerwerk oder bestimmte Bruchstein Strukturen benötigen besondere Systeme oder alternative Verfahren.

Ist eine Horizontalsperre auch bei Innenwänden nötig

Manchmal ja, wenn Feuchte über Fundamentbereiche oder kapillare Wege ins Innenmauerwerk gelangt. Das wird im Rahmen der Diagnose geklärt.

Ersteinschätzung im Raum Paderborn

Wenn Sie vermuten, dass aufsteigende Feuchtigkeit die Ursache ist, können Sie das schnell klären lassen.

So erhalten Sie eine konkrete Ersteinschätzung:

  1. Senden Sie 3 bis 6 Fotos, besonders Sockelbereich, Übergang Boden Wand, betroffene Stellen

  2. Schreiben Sie Ort, Baujahr grob, und seit wann die Schäden sichtbar sind

  3. Wir melden uns mit einer fachlichen Einschätzung und empfehlen das passende Vorgehen